Lernlandschaften

Lernen durch Ausprobieren

Oft denken Erwachsene, es sei kindgerecht, etwas von der realen Welt auf Kindergröße zu verkleinern, was unserer Meinung nach ein Irrtum ist. So zeigen neurobiologische Untersuchungen, dass der Anreiz, die reale Welt zu erobern, deutlich mehr neuronale Vernetzungen im Gehirn bildet als beispielsweise das Spiel mit einem Mobile oder Puppenhaus.

Der Neurobiologe Gerald Hüther weist darauf hin, dass Kinder am meisten durch Ausprobieren lernen. Die Eigenaktivität und die dadurch geförderte Selbstbildung ist dabei zentral. Es ist daher unser Ansatz, möglichst viele Angebote und Freiräume zu schaffen, damit das Kind seine eigene Kreativität spielerisch entdecken kann. Entstanden sind dabei Lernlandschaften, in denen Kreativität ausgelebt werden kann und es gleichzeitig auch Rückzugmöglichkeiten gibt.

Schulung der Wahrnehmung

Auf Spiel- und Krabbelpodesten können Kinder auf verschiedenen Ebenen den Raum und sich selbst wahrnehmen und entdecken. Die Podeste weisen aber auch Nischen auf, um zu schlafen oder sich mit sich selbst zu beschäftigen. Solche Ruheinseln sind wichtig für Kinder, um Erlebnisse zu verarbeiten und sich auch aus eigenen Stücken zurückziehen zu können, wenn sie das Bedürfnis dazu haben.

Für Krippenkinder gibt es eine Krabbellandschaft mit einer Rampe, die über verschiedene Podeste und Krabbelbrücken verläuft. Eine Hochebene mit Gucklöchern lässt die Kinder die dritte Dimension des Raumes erfahren und spielerisch körperlich miteinander in Kontakt treten. Teile des Bodens der Hochebene sind aus Glas, um vertikale Sichtbeziehungen zwischen den Kindern zu ermöglichen. Sie bekommen durch diesen Perspektivwechsel einen Überblick über das Geschehen im Raum.