Leitgedanken

Raum als dritter Erzieher

In unserer 20-jährigen Erfahrung im Bau von Kindertagesstätten war unser Leitgedanke, dass der Raum und seine Einrichtung nicht nur funktionale Eigenschaften haben, sondern entscheidend am pädagogischen Prozess beteiligt sind.

Die italienische Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori betonte schon Anfang des 20. Jahrhundertes den Zusammenhang von Raumgestaltung und der geistigen Entwicklung der Kinder. Sie prägte die Auffassung vom „Raum als dritten Erzieher“ und wies ihm damit neben den Erwachsenen und den anderen Kindern eine zentrale Rolle im pädagogischen Wirken zu.

Die Reggiopädagogik in den 70er Jahren knüpfte daran an und betonte ebenso wie Neurobiologen unserer Tage die Bedeutung der Ausdrucksmöglichkeit für die individuelle Selbstverwirklichung des Kindes.

Ganzheitlicher Ansatz

Diesem ganzheitlichen Ansatz folgend, war es von Anfang an unser Anliegen, neben der äußeren Gestaltung des Gebäudes auch die Innenraumkonzeption zu übernehmen. Die Gestaltung von speziell auf die Entwicklungspotentiale von Kindern abgestimmten Möbeln wurde im Laufe der Jahre unter Berücksichtigung neuer pädagogischer und neurobiologischer Erkenntnisse immer weiter optimiert, sodass wir inzwischen zahlreiche flexibel einsetzbare patentierte Raumelemente anbieten können.

Patentierte Raumelemente

Unter Möbel fassen wir dabei nicht nur Schränke und Regale, sondern den kompletten Innenausbau. Wir haben Mobile Tools zu Themen wie Kunst, Musik, Technik, Bewegung oder Schlafen entwickelt, die verschoben werden und so Raumeinheiten immer wieder neu definieren können. Es gibt Spiel, Lern- oder Schlaf-Podeste, bewegliche Möbel wie Sinnesboxen oder Schallschutzmatten, Wickelkommoden, individuelle Kaskadenwaschbecken, Garderoben mit Fahrradhelmablagen und Zahnputzwagen. All diese Möbel sind über die Jahre weiterentwickelt und modernisiert worden.

Selbstbildung fördern

Der Neurobiologe Gerald Hüther betont, dass Kinder am meisten durch Ausprobieren lernen. Eigenaktivität und die dadurch gefördert Selbstbildung stehen dabei im Zentrum. Es ist daher unser Ansatz, möglichst viele Angebote und Freiräume zu schaffen, damit das Kind seine eigene Kreativität spielerisch entdecken kann. Entstanden sind dabei Lernlandschaften, Forscherbecken, Leitgedanke und Leseinseln.

Gezieltes Angebot

Neurobiologisch ist es wichtig, dass die Kinder nicht zu vielen Einflüssen in den Räumen ausgesetzt sind, sondern ein gezieltes Angebot vorfinden. Wir haben daher Wert darauf gelegt, möglichst viel des in Kitas oft fehlenden Stauraums zu schaffen, um den Raum nicht durch zu viel Angebot zu überfrachten. So bergen unsere Podeste beispielsweise Schubladen für Matten oder Baumaterialien. Wir versuchen, die Räume bespielbar zu lassen und sie nicht zu verstellen, sondern maximale Bewegungsfreiheit zu bieten. Gleichzeitig wird auch für Rückzugsinseln gesorgt.

Klare Form

Die klare klassische Formgebung unserer Möbel soll unterstreichen, dass die Aktivität und das Kind im Vordergrund stehen und die Möbel dem dienen sollen, anstatt selbst im Vordergrund zu stehen. Auch Farben werden sehr gezielt eingesetzt und sollen nur Akzente setzen, da die meisten Spielsachen ja schon sehr bunt sind.

Langlebig und kostenbewusst

Unsere Möbel sind so gebaut, dass sie sehr langlebig und gleichzeitig kostenbewusst sind. Dazu verwenden wir teileweise auch in verschiedenen Tönen gefärbte Mehrschichtplatten, die durch eine Melaninharzbeschichtung sehr stabil, gut zu verarbeiten und leicht zu reinigen sind. Die Möbel werden mit hochwertigen Beschlägen und Scharnieren so verarbeitet, dass sie der doch sehr intensiven Beanspruchung durch die Kinder standhalten und in der Regel nach 15 oder 20 Jahren noch in einem sehr guten Zustand sind.

Naturmaterialien

Gerne verwenden wir Naturmaterialien wie Linoleum, Hochkantlamelle und die bereits erwähnte Mehrschichtplatte. Auch werden teilweise Elemente aus der Natur wie Baumstämme, Findlinge und Baumscheiben in das Gebäude integriert.

Den Kindern soll so ein bewusster Umgang mit der Natur nahe gebracht werden. So lassen sich bereits in der Kita Themen wie Ressourcen und Umwelt besprechen und durch den Vorbildcharakter der Räume eine Glaubhaftigkeit erzeugen.

Keine Verletzungsgefahr

Alle Möbel sind gemäß den Richtlinien der Landesunfallkasse entwickelt worden und von dieser auch offiziell abgenommen, sodass eine Verletzungsgefahr auszuschließen ist.
Die Heizkörperverkleidungen sind beispielsweise so entworfen und in architektonische Gesamtkonzeption eingefügt, dass sich gerade die Krippenkinder nicht an ihnen verbrennen können. Oder es werden Edelstahlbeschläge aus dem Bootsbau verwendet, die in die Türen eingelassen sind und nicht durch vorstehende Elemente verletzen können.